Der Immobilienmarkt kann auf den ersten Blick komplex und undurchsichtig wirken – von Kaufverträgen über Finanzierungsarten bis zu spezifischen Fachbegriffen. Für Einsteiger ist es besonders wichtig, die grundlegenden Begriffe zu kennen, um fundierte Entscheidungen beim Kauf, Verkauf oder der Vermietung von Immobilien treffen zu können.
In diesem Blogartikel bieten wir kompaktes Immobilienwissen und erklären die wichtigsten Begriffe für Einsteiger – leicht verständlich und praxisnah.
1. Grundbuch
Das Grundbuch ist ein amtliches Register, in dem alle Grundstücke und Immobilien eines Bundeslandes erfasst sind.
- Enthält Informationen zu Eigentümern, Rechten und Belastungen (z. B. Hypotheken)
- Wichtig bei Kauf oder Verkauf: Ein Blick ins Grundbuch zeigt, ob das Objekt frei von Schulden ist
Praxis-Tipp: Vor Abschluss eines Kaufvertrags unbedingt Grundbuchauszug prüfen lassen.
2. Kaufpreis und Nebenkosten
- Kaufpreis: Der vereinbarte Preis für die Immobilie
- Nebenkosten: Zusätzlich zum Kaufpreis fallen Gebühren an, z. B.:
- Notar- und Grundbuchkosten
- Grunderwerbsteuer (variiert je nach Bundesland: 3,5–6,5 %)
- Maklerprovision, falls ein Makler beteiligt ist
Merksatz: Kaufpreis + Nebenkosten = Gesamtaufwand für den Erwerb.
3. Maklerprovision
- Die Maklerprovision wird fällig, wenn ein Makler den Verkauf vermittelt
- Höhe: In Deutschland meist 3–7 % des Kaufpreises, zzgl. Mehrwertsteuer
- Gesetzliche Regelung: Seit 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer häufig die Provision („Bestellerprinzip“ bei Mietobjekten)
Praxis-Tipp: Vor Vertragsabschluss immer die Provisionsregelung schriftlich klären.
4. Grundschuld & Hypothek
- Hypothek: Eine Darlehensbesicherung – die Bank darf im Falle von Zahlungsausfällen auf die Immobilie zugreifen
- Grundschuld: Modernere Variante der Sicherung, flexibler einsetzbar
- Beide Begriffe sind wichtig bei Immobilienfinanzierungen
Merksatz: Hypothek und Grundschuld schützen die Bank – Käufer sollten genau die Konditionen kennen.
5. Energieausweis
- Pflichtdokument beim Verkauf oder Vermietung von Immobilien
- Gibt Auskunft über den Energieverbrauch oder Energiebedarf des Gebäudes
- Ziel: Transparenz für Käufer und Mieter, Förderung energieeffizienter Gebäude
Praxis-Tipp: Energieausweis frühzeitig anfordern, da er für Besichtigungen notwendig ist.
6. Rendite & Mietrendite
- Rendite: Maß für die wirtschaftliche Verzinsung einer Immobilie
- Mietrendite: Verhältnis von Jahresmieteinnahmen zum Kaufpreis
- Berechnung: (Jahresnettomiete / Kaufpreis) x 100 = Rendite in %
Praxisbeispiel: Kaufpreis 200.000 €, Jahresmiete 10.000 € → Rendite = 5 %
Merksatz: Rendite zeigt, ob sich eine Investition lohnt, ersetzt aber keine umfassende Finanzplanung.
7. Immobilienarten
- Wohnimmobilien: Wohnungen, Häuser, Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser
- Gewerbeimmobilien: Büros, Lagerhallen, Einzelhandelsflächen
- Sonderimmobilien: Hotels, Pflegeheime, Ferienwohnungen
Praxis-Tipp: Die Immobilienart bestimmt Finanzierung, Steuern und rechtliche Rahmenbedingungen.
8. Mietvertrag & Kaufvertrag
- Mietvertrag: Regelt die Nutzung einer Immobilie gegen monatliche Miete
- Kaufvertrag: Regelt Eigentumsübertragung gegen Kaufpreis
- Wichtig: Beides sind rechtlich bindende Dokumente – genau lesen, bei Unklarheiten Expertenrat einholen
9. Modernisierung & Sanierung
- Modernisierung: Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnstandards oder der Energieeffizienz
- Sanierung: Maßnahmen zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands
- Finanzielle und steuerliche Auswirkungen: Modernisierung kann steuerlich absetzbar sein, Sanierung nicht immer
10. Lage & Lagefaktor
- Lage ist entscheidend für Wert, Nachfrage und Rendite
- Faktoren: Infrastruktur, Verkehrsanbindung, Schulen, Einkaufszentren, Grünflächen
- Lagefaktor: Bewertung der Attraktivität der Lage für Kauf oder Miete
Merksatz: Lage ist oft wichtiger als Größe oder Ausstattung.
11. Immobilienbewertung
- Bestimmt den Marktwert einer Immobilie
- Methoden: Vergleichswertverfahren, Ertragswertverfahren, Sachwertverfahren
- Ziel: Faire Preisgestaltung beim Kauf oder Verkauf
Praxis-Tipp: Bei Unsicherheit immer Gutachter oder Makler für objektive Bewertung einbeziehen.
12. Finanzierung & Darlehen
- Annuitätendarlehen: Feste Raten bestehend aus Zins und Tilgung
- Variable Darlehen: Zins kann sich während Laufzeit ändern
- Förderdarlehen: Staatliche Unterstützung für energieeffizientes Bauen oder Kauf
Merksatz: Finanzierung ist Basis für Kaufentscheidung – genaue Planung schützt vor Überschuldung.
Fazit
Für Immobilien-Einsteiger ist es essenziell, die grundlegenden Begriffe zu verstehen:
- Grundbuch, Kaufpreis, Nebenkosten
- Maklerprovision, Grundschuld, Hypothek
- Energieausweis, Rendite, Lagefaktor
- Mietvertrag, Kaufvertrag, Modernisierung
Dieses Basiswissen erleichtert fundierte Entscheidungen, schützt vor Fehlern und sorgt für klarere Kommunikation mit Maklern, Banken und Notaren.
Tipp: Am besten die wichtigsten Begriffe in einer persönlichen Checkliste festhalten und bei jedem Immobiliengeschäft darauf zurückgreifen.
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